Säureblocker nicht zu lange schlucken


Nebenwirkungen nicht unterschätzen
Säureblocker nicht zu lange schlucken
mauritius images / Robert Kneschke / Alamy / Alamy Stock Photos

Ob Refluxkrankheit oder Gastritis: Protonenpumpenhemmer machen schnell Schluss mit Magenschmerzen und Sodbrennen. Allerdings gibt es gute Gründe, die Säureblocker nicht allzu lange einzunehmen.

Magensäure wirksam abdrehen

Bei vielen Erkrankungen ist es essenziell, die Produktion der Magensäure zu hemmen. Dazu gehören beispielsweise Speiseröhrenentzündungen, Magengeschwüre und die Refluxerkrankung, bei der saurer Magensaft in die Speiseröhre aufsteigt und der Schleimhaut schadet. Auch zum Schutz vor Magengeschwüren bei chronischer Einnahme von Schmerzmitteln ist es sinnvoll, die Magensäure zu reduzieren.

Seit über dreißig Jahren kommen dafür die Protonenpumpenhemmer, kurz PPI, zum Einsatz. Sie reduzieren die Produktion der Magensäure effektiv und lindern die säurebedingten Beschwerden schnell. Weil sie in kleinen Packungen inzwischen auch rezeptfrei zu haben sind, werden sie häufig als völlig unbedenklich wahrgenommen.

Auf lange Zeit drohen Probleme

Kurzfristig eingenommen gelten die Substanzen tatsächlich als sicher und verträglich. Schwieriger wird es jedoch bei der Langzeiteinnahme. Es mehren sich die Hinweise, dass die Säureblocker einiges an unerwünschten Wirkungen auslösen.

  • Blockierte Nährstoffaufnahme. Bei einer Langzeiteinnahme soll es zu einer verminderten Aufnahme von Vitamin B12 und Eisen kommen, wodurch die Entwicklung einer Blutarmut droht. Auch die Kalziumaufnahme kann reduziert sein. Studien haben Hinweise erbracht, dass es bei einer Langzeittherapie mit PPI vermehrt zu Knochenbrüchen kommt.
  • Vermehrte Infektionen. PPI reduzieren den Säuregehalt des Magenbreis. Der saure Magenbrei tötet aber viele Krankheitserreger ab. Bleibt das aus, gelangen Keime in den Darm. In entsprechenden Studien kam es unter PPI-Einnahme vermehrt zu Darminfektionen mit Durchfällen, insbesondere mit dem Erreger Clostridium difficile. Daneben scheinen PPI auch das Immunsystem zu dämpfen und die Infektabwehr zu schwächen.
  • Demenz und Schlaganfälle. Immer wieder gibt es Hinweise darauf, dass die langfristige Einnahme von PPI die Entwicklung einer Demenz begünstigt. Dahinter vermutet man Gefäßveränderungen, die durch die Säureblocker ausgelöst werden. Ein ähnlicher Mechanismus könnte auch zu Schlaganfall oder Nierenerkrankung führen. Für beide Erkrankungen soll das Risiko bei Langzeitanwendung von PPI ebenfalls erhöht sein.

Insgesamt ist die Datenlage zu den langfristigen Nebenwirkungen noch nicht gesichert. Die bisherigen Hinweise mahnen aber dazu, PPI nicht unkritisch über einen längeren Zeitraum einzunehmen – vor allem nicht in eigener Regie. Ist eine Langzeittherapie ärztlich erforderlich, sollte regelmäßig auf Nebenwirkungen gescreent werden.

Quelle: DAZ

News

Verhütung in der Perimenopause
Verhütung in der Perimenopause

Passt die Methode noch?

Nähert sich eine Frau den Wechseljahren, nimmt die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft ab. Muss dann noch verhütet werden und wenn ja, mit welcher Methode?   mehr

Impfungen im Herbst
Impfungen im Herbst

Hochsaison für Infektionen

In der kalten Jahreszeit nehmen Atemwegsinfekte wieder zu. Für viele Menschen sind jetzt Impfungen empfohlen. Was hat sich geändert und wo gibt es gute Informationen?    mehr

Kühlkappe schützt die Haare
Kühlkappe schützt die Haare

Haarausfall bei Chemotherapie

Haarausfall ist eine belastende Nebenwirkung einer Chemotherapie. Durch eine Kühlung der Kopfhaut lässt sich der Haarausfall verringern – doch nicht alle profitieren.   mehr

Mit Creme gegen Jucken und Schmerz

Jemand kratzt sich mit der einen Hand das stark juckende chronische Handekzem der anderen Hand auf.

Chronisches Handekzem

Mit starkem Juckreiz und Schmerzen ist ein chronisches Handekzem sehr belastend für die Betroffenen. Eine 2024 zugelassene Creme lindert die Beschwerden innerhalb weniger Tage.   mehr

Gut geschützt gegen RSV
Gut geschützt gegen RSV

Per Impfung oder Antikörpergabe

Respiratorische Synzytial-Viren, kurz RSV, sind eigentlich harmlose Erkältungsviren. Bei Säuglingen drohen bei einer Infektion aber schwere Verläufe. Was schützt besser: die Impfung oder die Gabe von Antikörpern?   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen
Apotheke am Bayrischen Platz
Inhaber Michael Schwalbe
Telefon 0341/2 11 85 35
E-Mail apo.bayr.platz@gmx.de